Unser Trinkwasser schützen: Verantwortung für das Lebensmittel Nr. 1

GRÜNE im Kreistag wollen Spurenstoffe in Gewässern und Grundwasser verringern

„Sauberes Trinkwasser ist für alle Menschen eine wichtige Lebensgrundlage“, erklärt Claudia Schlipf-Traup, Mitglied der Kreistagsfraktion der Grünen im Landkreis.

Das Hessische Ried umfasst nur fünf Prozent der Landesfläche, liefert aber 25 Prozent des hessischen Trinkwassers. „Daraus ergibt sich eine große Verantwortung für den Schutz des Wassers in unserer Region,“ betont Fraktionsvorsitzende Mirjam Glanz.  

Im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet fließt viel gereinigtes Abwasser aus den Kläranlagen in die Flüsse und Bäche. Doch einige Arzneistoffe sowie Chemikalien aus Haushalten und Industrie können Kläranlagen nicht vollständig abbauen oder herausfiltern. Die ersten Kläranlagen in der Region haben schon unter Einsatz von hohen Kosten eine vierte Reinigungsstufe gebaut. Diese verbessert die Wasserqualität durch die zusätzliche Reinigung zwar spürbar, dennoch bleiben viele Spurenstoffe in den Gewässern und gelangen darüber auch ins Grundwasser. Dieses wird zusätzlich über andere Wege wie z. B. Pflanzenschutzmittel und Dünger auf Feldern oder durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen belastet.

Die Grünen im Kreistag wollen das Bewusstsein für diese Problematik in der Bevölkerung und bei weiteren Beteiligten, wie etwa den medizinischen Einrichtungen schärfen. Dafür beantragen sie, Kontakt zum „Dialogforum Spurenstoffe im Hessischen Ried“ aufzunehmen. Gemeinsam sollen Maßnahmen erarbeitet und in die Umsetzung gebracht werden, die den Eintrag von Spurenstoffen in die Gewässer im Landkreis Darmstadt-Dieburg verringern.

Außerdem soll bei den Kommunen dafür geworben werden, Modellkommunen für Spurenstoffe zu werden und vor Ort geeignete Maßnahmen zum Gewässer- und Grundwasserschutz umsetzen. Dem Kreistag soll dann Ende 2027 ein Bericht vorgelegt werden.

„Jede kleine Verbesserung hilft der Wasserqualität. Oft bewirken schon einfache Maßnahmen oder ein bewussteres Verhalten viel“, ist Schlipf-Traup überzeugt.