Hitzeschutz im Landkreis Darmstadt-Dieburg – Aktionsplan für Liegenschaften, Einrichtungen und Kommunen

Beschlussvorschlag im Kreistag am 09.11.2026 (hier der Antrag Hitzeschutz im Landkreis DaDi)
Der Kreistag möge beschließen:

1. Der Kreisausschuss wird beauftragt, einen Hitzeschutzaktionsplan für die Liegenschaften des Kreises und seiner Betriebe und Gesellschaften zu erarbeiten.

1a. Der komplette Gebäudebestand des Landkreises sowie dessen umgebendes Gelände soll in Bezug auf erforderliche Maßnahmen zum Hitzeschutz untersucht werden.

1b. Diese Maßnahmen sollen in kurzfristig, mittelfristig und langfristig umsetzbar kategorisiert werden.

1c. Der jeweilige Investitionsbedarf soll ermittelt werden.

1d. Kurzfristig realisierbare Maßnahmen sollen möglichst vor Beginn bzw. während des Sommers 2027 umgesetzt werden.

1e. Der Schutz für vulnerable Gruppen wie Kranke, Pflegebedürftige, Kinder und Menschen mit Behinderung soll dabei priorisiert werden.

1f. Betroffene Einrichtungen wie Schulen, Kliniken, Pflegeheime und Mitarbeitende der Verwaltung sollen in die Erarbeitung einbezogen werden.

1g. Die Schulbauleitlinien sollen hinsichtlich Hitzeschutz überprüft und falls erforderlich angepasst werden.

2. Der Kreisausschuss wird beauftragt, gemeinsam mit den Kommunen zu prüfen – analog zum Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept – einen gemeinsamen Hitzeschutzplan mit kommunenscharfen Einzelplänen zu erstellen.

3. Der Kreisausschuss wird beauftragt, parallel dazu entsprechende Fördermittel zu akquirieren.

4. Dem Kreistag soll bis Ende 2027 ein Sachstandsbericht vorgelegt werden.

Begründung:

Der Sommer 2026 war in Hessen der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Bundesweit starben im Jahr 2026 rund 16.000 Menschen an den Folgen der Hitze.

Auch vor Ort sind die Auswirkungen sehr deutlich:
Laut Antwort auf die Anfrage der Fraktion Die Linke DS 0239-2026/DaDi „Hitzeschutz und zur gesundheitlichen Vorsorge …“ zur Kreistagssitzung am 14.09.2026 gab es im Sommer 2026 im Landkreis 66 Einsätze mit der Diagnose „Hitzschlag/Hitzeerschöpfung“, während es im Jahr 2024 nur 19 Einsatzvorfälle und im Jahr 2025 nur 14 Einsätze waren. Die Zahl der Einsätze hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht.

Hitze ist damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Sie mindert unser Wohlbefinden und unsere Arbeits-, Konzentrations-, Lern- und Leistungsfähigkeit.

Das Rhein-Main-Gebiet ist von Hitze stärker betroffen als viele andere Regionen in Deutschland. Nach wissenschaftlichen Prognosen werden Hitzeperioden wie 2026 künftig häufiger auftreten. Deshalb ist es wichtig, dass sich der Landkreis auf die Klimaveränderung einstellt.

Er trägt Verantwortung für Menschen, die besonders schutzbedürftig sind: Kinder und Jugendliche in Schulen, Patientinnen und Patienten in den Kreiskliniken und Pflegebedürftige in den Pflegeeinrichtungen. Auch die Gesundheit der Beschäftigten in der Kreisverwaltung darf nicht aus dem Blick geraten.

Da die Verbesserung von Hitzeschutz in Gebäuden teilweise mit hohen Investitionskosten verbunden ist, ist es wichtig, einen langfristigen Umsetzungsplan zu erarbeiten. Er schafft Planungssicherheit, ermöglicht es, Maßnahmen in Sanierungs- und Neubauvorhaben von Anfang an mitzudenken und verhindert teure Einzellösungen im Nachhinein. Maßnahmen, die sich mit einfachen Mitteln realisieren lassen, sollten aber nicht warten, sondern zeitnah umgesetzt werden.

Hitzeschutz ist über die Grenzen aller Gebietskörperschaften hinweg erforderlich.  Dies zeigen die Diskussionen in den Kommunen und Kommunalen Vertretungen. Um die Kräfte zu bündeln, Doppelarbeit zu vermeiden und schneller in allen Kreiskommunen Hitzeschutzpläne zu implementieren, soll unter Federführung des Klimaanpassungsmanagements des Kreises ein gemeinsamer Hitzeschutzplan erstellt werden.