Der westeuropäische Igel steht seit 2020 als potenziell gefährdet auf der Vorwarnliste der Roten Liste der bedrohten Arten. Deshalb muss er besonders geschützt werden.
Automatisch betriebene Mähroboter stellen für Igel und andere Kleintiere wie Amphibien, Lurche und Blindschleichen jedoch eine erhebliche Lebensgefahr dar, insbesondere nachts und in der Dämmerung. Neben direkten Verletzungen entziehen Mähroboter den Igeln ihre Nahrungsgrundlage, da Insekten, Schnecken und andere Beutetiere auf kurz gemähten Rasenflächen kaum vorkommen. Dies kann zu Unterernährung und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen.
„Neben dem Straßenverkehr und dem massiven Insektenrückgang sind Mähroboter eine Bedrohung für Igel, die vermieden werden kann“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mirjam Glanz und Christian Grunwald. „Bei anhaltendem Bestandsrückgang könnten Igel in Deutschland bald vom Aussterben bedroht sein. Diesem Trend müssen wir mit klaren Regeln entgegenwirken, zum Beispiel mit einem Nachtfahrverbot für Mähroboter. Denn die vorhandenen Schutzvorrichtungen an vielen Mährobotern reichen nicht aus, um die Tiere wirksam zu schützen.“
Der Antrag der Grünen sieht drei Schritte vor:
Erstens soll der Kreisausschuss für landkreiseigene Flächen sowie Flächen landkreiseigener Unternehmen ein Nachtfahrverbot für Mähroboter anordnen.
Zweitens soll der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen verstärkt im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit für einen freiwilligen Verzicht auf den nächtlichen Einsatz werben. Drittens soll geprüft werden, ob, in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Tierschutzbeirat und den Kommunen, eine Allgemeinverfügung für ein Nachtfahrverbot im gesamten Landkreisgebiet erlassen werden kann.
Grund für die Dringlichkeit sind Studien und Berichte, wonach Mähroboter trotz Kameras und Sensoren Igel und andere Kleintiere in vielen Situationen nicht zuverlässig erkennen. Da sich Igel bei Gefahr zusammenrollen statt zu flüchten, sind sie den Klingen der Geräte schutzlos ausgeliefert. Das Leibnitz Institut für Zoo- und Wildtierforschung ebenso wie Auffangstationen berichten von immer mehr schwer verletzten Igeln mit Schnittwunden, die häufig tödlich enden. Einige Igelschutzeinrichtungen mussten deshalb bereits einen Aufnahmestopp verhängen.
„Eine hessen- oder bundesweite Regelung gibt es bislang nicht. Mehrere hessische Kommunen haben aber bereits eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, darunter auch unser Nachbarlandkreis Bergstraße. Wenn die Bergstraße das schafft, kann Darmstadt-Dieburg das auch. Wir wollen die Igel und anderen Kleintiere in unserem Landkreis schützen. Dazu braucht es klare Regeln und nicht nur Appelle“, so Glanz und Grunwald abschließend.