Hitzestress-Minderungsmaßnahmen an Schulen

Von Claudia Schlipf-Traup, Fraktionsmitglied Bündnis 90/Die GRÜNEN Darmstadt-Dieburg
TOP 23: Vorlage 0251-2026/DaDi, Hitzestress-Minderungsmaßnahmen an Schulen – Antrag Fraktion FDP/FREIE WÄHLER
TOP 23.1: Vorlage 0282-2026/DaDi, Hitzestress-Minderungsmaßnahmen an Schulen – Änderungsantrag Grüne
TOP 23.2: Vorlage 0309-2026/DaDi, Hitzestress-Minderungsmaßnahmen an Schulen – Änderungsantrag Fraktion FDP/FREIE WÄHLER
Es gilt das gesprochene Wort.


Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
werte Kolleg*innen und Gäste,

laut Deutschem Wetterdienst war der Sommer 2026 in Hessen der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Im Deutschlandmittel gab es 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad. Einige warme, gar tropische Nächte brachten nachts kaum Abkühlung.

Im Rhein-Main-Gebiet sind wir generell einer stärkeren Hitzebelastung ausgesetzt als in den meisten anderen Regionen in Deutschland.

Durch den Klimawandel müssen wir uns darauf einstellen, dass die Sommer heißer werden und die Sonnenscheindauer zunimmt. Der Hitzestress des Sommers 2026 für Mensch und Umwelt wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahren wiederholen.
Deshalb ist es wichtig, dass wir uns auch im Kreistag der Problematik annehmen.

Bereits 2022 hatte die Fraktion der GRÜNEN im Kreistag beantragt, einen Hitzeaktionsplan zu erarbeiten, was aber von der Koalition abgelehnt wurde. Die Fraktion FDP/FW hat die Hitzeproblematik nun u. a. für den Schulbereich wieder auf die Tagesordnung gebracht. Vielen Dank dafür.

Der Ursprungsantrag erschien uns jedoch nicht zielführend, deshalb haben wir einen Änderungsantrag gestellt. Wir begrüßen es sehr, dass die Fraktion FDP/FW inzwischen einen weiteren Änderungsantrag eingebracht hat, der auf dem der GRÜNEN aufbaut.

Wir möchten, dass der Kreisausschuss die Schulgebäude dahingehend untersucht, Maßnahmen zum Hitzeschutz, die mit geringem (Kosten-)Aufwand und zeitnah realisiert werden können, zu identifizieren.
Diese Maßnahmen sollen so weit als möglich vor Beginn des Sommers 2027 umgesetzt werden.
Es ist folgerichtig, dass zur Umsetzung der gefundenen Maßnahmen auch finanzielle Mittel bereitgestellt werden müssen. FDP/FW hat dies inzwischen ergänzend beantragt.

Schulen sind wichtige Lebensorte für Schülerinnen und die Lehrkräfte. Eine Umgebung, die förderlich für die Gesundheit und insbesondere für die Konzentrationsfähigkeit ist, ist dort besonders wichtig. Hitze führt dagegen zu Belastungen für Körper und Geist. Hinzu kommt, dass Kinder die Körpertemperatur schlechter regulieren können als Erwachsene.

Schulen erfüllen zudem wichtige soziale Funktionen. Es sind Orte, an denen sich Menschen aller sozialen Schichten aufhalten. Hier kann ggf. ein Ausgleich für ungenügenden Hitze- und Gesundheitsschutz bei prekären Wohnverhältnisse geschaffen werden. Ein Beitrag also für gleichberechtige Lebensverhältnisse.
Dank des Schulbau- und Schulsanierungsprogramms, das unter Grüner Regierungsbeteiligung im Landkreis aufgelegt wurde, gilt im Landkreis seit 2010 die Passivhausbauweise als Standard. Neue und sanierte Gebäude haben dadurch ein gutes Raumklima und die negativen Auswirkungen der Hitzewellen halten sich dort in Grenzen.

Dennoch gibt es auch hier Schwachstellen. In älteren Schulgebäuden kommt die Hitzeproblematik meist viel stärker zum Tragen. Uns ist bewusst, dass es ein langer, schwieriger und kostenintensiver Prozess sein wird, alle Schulgebäude hitzeresistent zu machen. Und wir danken dem DADI-Werk, dass die Hitzeproblematik in der Planung mitgedacht wird.

Doch manchmal bringen auch einfache und leicht umsetzbare bauliche Maßnahmen eine Verbesserung der Situation. Wo solche Maßnahmen möglich sind, sollten sie bestenfalls vor dem nächsten Sommer in Angriff genommen werden.

Wir bitten deshalb um Zustimmung zu unserem Änderungsantrag und werden dem von FDP/FW auch zustimmen.