Von Felix Lokay, Fraktionsmitglied BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TOP 5: Vorlage 0249-2026/DaDi – Nachtfahrverbot für Mähroboter – Antrag Grüne
Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Kreistagsvorsitzender,
sehr geehrte Kolleg*innen,
sehr geehrte Kreistagsmitglieder,
während wir schlafen, sind Igel unterwegs.
Sie suchen Nahrung, durchqueren Gärten und Grünflächen und treffen dort zunehmend auf automatisierte Geräte, die ebenfalls in ihren Systemgrenzen vollkommen selbstständig unterwegs sind.
Ein Igel der sich bedroht fühlt, hat die Eigenschaft sich einzurollen anstatt zu fliehen. Diese Eigenschaft von Igeln kennen bekanntlich alle. Gegen natürliche Feinde ist das eine wirkungsvolle Strategie, nur gegen einen Mähroboter leider überhaupt nicht.
Das Problem dabei ist: Auch moderne Mähroboter mit Sensoren oder Kameras erkennen Igel und andere Kleintiere nicht zuverlässig. Gerät ein Tier unter einen solchen Roboter, können die Klingen schwere Verletzungen verursachen. Und für einen Igel, der sich bei Gefahr instinktiv zusammenrollt, kann genau dieser Schutzreflex tödlich enden. Dabei lässt sich ein großer Teil dieses Risikos mit einer erstaunlich einfachen Maßnahme reduzieren: Nachts sollten Mähroboter einfach Pause machen.
Igel sowie andere Kleintiere wie Amphibien und Blindschleichen sind gerade nachts und in der Dämmerung unterwegs. Daher fordern nicht nur wir ein Nachtfahrverbot von Mährobotern, sondern auch Umwelt- und Tierschutzverbände sowie der Deutsche Städtetag. Auffangstationen und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung berichten von schwer verletzten und getöteten Igeln mit Schnittwunden durch Mähroboter.
Wir betreten damit kein völliges Neuland. Mehrere hessische Kreise und Kommunen haben bereits entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen. Unser Nachbarlandkreise Groß-Gerau und Bergstraße haben es vorgemacht.
Unser Antrag setzt nicht beim Verbot an, sondern vorher und schlägt deshalb sehr konkrete und aus unserer Sicht verhältnismäßige Schritte vor.
Wir wollen gemeinsam mit unseren Kommunen informieren und dafür werben, dass im Privaten freiwillig auf den nächtlichen Betrieb verzichtet wird.
Gemeinsam soll mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Tierschutzbeirat und unseren Kommunen geprüft werden, ob und wie ein kreisweites Nachtfahrverbot mittels Allgemeinverfügung praktisch und sinnvoll umgesetzt werden kann.
Wichtig ist uns: Wir wollen Mähroboter nicht verbieten.
Wer einen solchen Roboter benutzen möchte, kann das weiterhin tun. Wenn wir durch eine so kleine Veränderung wie den nächtlichen Verzicht von Mährobotern verhindern können, dass Tiere schwer verletzt werden oder qualvoll verenden, dann halten wir dies für wichtig und vertretbar.
Auch unsere Kreistierschutzbeauftragte empfiehlt ausdrücklich, Mähroboter nicht in der Dämmerung oder nachts einzusetzen. Unser Antrag unterstützt und verstärkt deren Arbeit, indem wir unsere Kommunen dafür miteinbeziehen und vernetzen.
Der Rasen kann bis zum Morgen warten. Ein Igel unter einem Mähroboter kann es nicht.
Deshalb bitte ich Sie um Zustimmung zu unserem Antrag.
Vielen Dank.