25 Jahre GRÜNE Groß-Zimmern

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Darmstädter Echo 8.9.2014

Selbst Zimmerns Hymne darf nicht fehlen

JUBILÄUM – Grüne feiern mit illustrer Gästeschar 25. Geburtstag des Ortsverbands

Im urigen Gewölbekeller des Groß-Zimmerner Kulturzentrums Glöckelchen haben die Grünen den 25. Geburtstag ihres Ortsverbands gefeiert. Dass neben der eigenen Klientel vor allem örtliche Christdemokraten zum Gratulieren gekommen sind, ist ein Sinnbild für die Entwicklung dieser Partei. GROSS-ZIMMERN.

„Leger, aber korrekt“ – dieses unausgesprochene Prinzip definierte an diesem Abend die Kleiderordnung einer Organisation, deren Vertreter einst Zottelhaare und ausgeleierte Pullover und T-Shirts mit politischen Statements trugen und in Turnschuhen ans Rednerpult eilten. Der Einzige, der am Samstagabend noch derlei Tradition aufrechterhielt, war Klaus-Peter Fuchs aus Roßdorf, einst wichtiger Geburtshelfer des Ortsverbands. „Tres chic“ markierte hingegen Hessens grüne Umweltministerin Priska Hinz den modischen Gegenpol.

Sichtlich wohl am Promi-Tisch fühlte sich Manfred Pentz (Groß-Zimmern), Generalsekretär der hessischen CDU, Landtagsabgeordneter und Koalitionär von Priska Hinz, die er mit einem freundlichen „Hallo Kollegin“ begrüßte. Den örtlichen Grünen verehrte er Bio-Wein.

Im konkreten Fall war der Mann im dezenten Anzug in allererster Linie als Vorsitzender der Groß-Zimmerner Gemeindevertretung Gast bei einer der politischen Kräfte in der Gemeinde. Auffällig war, dass unter den Gästen aus anderen politischen Lagern die Christdemokraten deutlich überwogen. Von der SPD war auf den ersten Blick eigentlich nur Ehrenbürgermeister Dieter Emig auszumachen.

Örtliche Grüne und CDU waren nach dem Niedergang der Zimmerner Sozialdemokraten ja sogar lange vor der Koalition auf Landesebene mal eine Weile in einer Kooperation verbandelt, und man kann immer noch gut miteinander, wie die Kommunikation von Pentz und der Grünen-Fraktionschefin Marianne Streicher-Eickhoff zeigte. In sozialdemokratischen Kreisen ist die Annäherung einst als eine Art „Verrat“ aufgenommen worden, seitdem ist das Verhältnis von einer gewissen Kühle geprägt.

Gründeranwerbung beim Schachspiel

Von den kuriosen Anfängen mit der Rekrutierung einiger Gründungsmitglieder auf dem Spielabend des Schachclubs nebenan (Fuchs) bis hin zum „größten politischen Erfolg grüner Politik, dem Atomausstieg“ (Hinz) reicht ein Weg, der offensichtlich auch ein Weg von der exotischen Randerscheinung in die Mitte der Gesellschaft ist.

Dass die Groß-Zimmerner Grünen dort angekommen sind, zeigten sie an diesem Abend auch damit, dass sie mit Bravour und Hand auf dem Herzen die patriotische Zimmerner Hymne „Modder, hosde schon die Hinggel ennegedou“ zelebrierten.

OV

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