Einsatz Sprach- und Integrationsmittlung

Redebeitrag im Kreistag am 26.06.2023
Von Christian Grunwald, Fraktionsvorsitzender in Doppelspitze Bündnis 90/Die GRÜNEN
(Es gilt das gesprochene Wort.)

zu TOP 13.
Vorlage-Nr. 2398-2023/DaDi
Fortführung des Einsatzes von Sprach- und Integrationsmittler*innen für Kreisschulen
Gemeinsamer Antrag FW/UWG, FDP und Bündnis 90/Die GRÜNEN


Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
werte Kolleg*innen,

ein wichtiger Baustein für die gesellschaftliche Integration eingewanderter Eltern und Kinder ist die problemlose Kommunikation mit Lehrkräften an den Schulen im Landkreis. Das Projekt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) „Sprach- und Integrationsmittlung“ leistet hierbei eine wesentliche Hilfe. Sie helfen, bestehende Sprachbarrieren abzubauen sowie Verständigungsprobleme und soziokulturell bedingte Missverständnisse zu vermeiden.

Die Sprach- und Integrationsmittler*innen haben alle einen Migrationshintergrund und in weiten Teilen Fluchterfahrung. Sie können ihr Sprach- und Kulturvermögen gewinnbringend einbringen. Ihren zehnjährigen Erfolg feierte die Sprach- und Integrationsmittlung Ende 2021 in einem Festakt im Kreishaus Darmstadt in Kranichstein.

Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung wurde die Sprach- und Integrationsmittlung an Schulen als eine freiwillige Leistung identifiziert, für welche der Schulträger nicht zuständig ist. Die Finanzierung wurde in der Konsequenz zu Jahresbeginn 2023 eingestellt. Für Klassenlehrkräfte bedeutete das, dass ein Instrument zur Kommunikation wegfiel. Letztendlich kann die Sprach- und Integrationsmittlung frühzeitig Konflikte und Probleme aus dem Weg räumen. Im besten Fall sogar Maßnahmen der ohnehin überlasteten Jugendhilfe unnötig machen, aufgrund frühzeitiger Klärung. Die Sprach- und Integrationsmittlung wirkt also präventiv und spart auch hier Kosten. Davon sind wir überzeugt.

Die Kreistagsfraktionen der Grünen, FW/UWG und FDP stellten deswegen den gemeinsamen Antrag, Verhandlungen mit dem Kultusministerium des Landes Hessen aufzunehmen und das Modellprojekt an den Kreisschulen weiter zu finanzieren. 

Gerade jetzt, wo aktuell viele Geflüchtete neu im Landkreis ankommen, sind die Sprach- und Integrationsmittler*innen im schulischen Bereich unverzichtbar, wenn wir die Menschen schnell in unserer Gesellschaft aufnehmen möchten. Getreu dem Motto der Sprach- und Integrationsmittlung, das da lautet: „Kommunikation überwindet Grenzen“!

Wir bedanken uns ausdrücklich bei dem Schuldezernenten Lutz Köhler.
Ihm ist es gelungen, das staatliche Schulamt zu überzeugen, dass es für die Finanzierung der Aufgabe verantwortlich zeichnet.

„Job done“ in dreifacher Hinsicht: für die Haushaltskonsolidierung, für die Lehrkräfte an Schulen und die Integration in unserem Landkreis.

Der Antrag ist einvernehmlich für erledigt zu erklären.