„Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Radweg“, damit noch mehr Menschen im Kreis das Fahrrad oder E-Bike nutzen

Das vom Landkreis Darmstadt-Dieburg im Jahr 2018 erstellte Radverkehrskonzept enthält 110 Maßnahmen, um ein kreisweites zusammenhängendes Radverkehrsnetz zu schaffen. Damals wurde bei einem jährlichen Investitionsaufwand von fünf Millionen Euro ein Umsetzungszeitraum von zehn Jahren angenommen.

„Von einem zusammenhängenden, sicheren und attraktiven Radverkehrsnetz sind wir noch immer weit entfernt. Besonders ernüchternd ist, dass von den zehn Maßnahmen in der Zuständigkeit des Kreises bis heute keine einzige umgesetzt ist“, betont Christian Grunwald, Fraktionsvorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion.

Um dies zu ändern, haben die Grünen einen Antrag für die anstehende Sitzungsrunde des Kreistags eingebracht. Ziel des Antrags ist es zum einen, bis Ende 2026 einen Überblick zu erhalten, was bisher aus dem Radverkehrskonzept umgesetzt wurde, ob und welche Maßnahmen in der Zuständigkeit des Kreises bis zum Jahr 2030 geplant sind und welche finanziellen Mittel dafür erforderlich sind. Zum anderen soll mindestens eine Maßnahme mit in die Prüfung zur Verwendung der Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes aufgenommen werden.

Die Grünen betonen, dass Investitionen in attraktive und sichere Radwege in vielerlei Hinsicht besonders nachhaltig sind. Radfahren fördert die Gesundheit und beugt vielen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht vor. Jede Fahrt mit dem Fahrrad entlastet unsere Städte und Gemeinden, die Umwelt und das Klima.

Hinzu kommt, dass die Investitionssummen deutlich niedriger sind als die beim Bau von Straßen und Schienen, sie verursachen nur geringe Unterhaltskosten und haben eine deutlich längere Haltbarkeit.

„Die Menschen möchten häufiger das Fahrrad oder E-Bike nutzen, doch dafür braucht es attraktive, sichere und durchgängige Radverkehrsverbindungen, die auch bei schlechtem Wetter und zu jeder Jahreszeit nutzbar sind. Dank E-Bike und moderner Kleidung hält die Menschen weder die Entfernung noch Steigungen oder das Wetter davon ab das Rad zu nutzen, sondern die fehlende Infrastruktur“, so Martin Tichy, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Kreistagsfraktion. Unterstützt wird dieser Sachverhalt durch regelmäßige wissenschaftliche Untersuchungen und Befragungen, wie etwa der aktuelle „Fahrradmonitor 2025“ des Bundesministeriums für Verkehr.

Den Grünen ist wichtig zu betonen, dass es nicht immer der durchgängigen Lösung nach Regelwerk bedarf. Der Radschnellweg von Darmstadt nach Arheilgen bis Langen zeigt, dass kurze Engpässe und Abweichungen die Akzeptanz, Attraktivität und Sicherheit der Verbindung nicht beeinträchtigen. Es gelte der Grundsatz „Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Radweg“.

„Mit Hilfe der Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes wollen wir erreichen, dass mindestens eine Maßnahme aus dem Radverkehrskonzept vom Landkreis Darmstadt-Dieburg selbst umgesetzt wird. Der Kreis nimmt auch hier eine Vorbildfunktion ein und sollte endlich zeigen, dass er nicht nur Konzepte und wohlwollende Worte für den Radverkehr hat, sondern selbst aktiv an der Verbesserung der Situation mitarbeitet – und ab jetzt selbst kräftiger in die Pedale tritt“, so Grunwald abschließend.

Weiterführende Quellen und Hinweise:
Radverkehrskonzept des Kreises:  radverkehrskonzept-darmstadt-dieburg-2018.compressedfinal-01.pdf
Aktueller Fahrradmonitor BMV: https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Radverkehr/fahrradmonitor.html