Der NABU Darmstadt-Dieburg hat uns seine Kernforderungen zur Kommunalwahl 2026 zugesendet und um eine Stellungnahme gebeten. Hier finden Sie unsere Positionen zum Nachlesen:
Anlässlich der Kreis- und Kommunalwahl am 15. März bekräftigt der Kreisvorstand von Bündnis
90/Die Grünen im Landkreis Darmstadt-Dieburg seine Unterstützung für die zentralen Forderungen
des NABU. Natur-, Klima- und Artenschutz sind für uns keine Randthemen, sondern die Grundlage
verantwortungsvoller kommunaler Politik und entscheidend für die Lebensqualität künftiger
Generationen.
Verkehr und Mobilität
Wir setzen uns auf Kreis- und kommunaler Ebene für eine konsequente Mobilitätswende ein. Der
Ausbau eines attraktiven, verlässlichen öffentlichen Nahverkehrs, sichere Rad- und Fußwege sowie
die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sind zentrale Ziele unserer Politik. So wollen
wir z. B. den vierspurigen Ausbau der B 45 und die Ortsumgehung Groß-Bieberau nicht weiter
voranbringen. Wir setzen uns für eine flächendeckende ÖPNV-Anbindung im Landkreis (auch mit
innovativen Konzepten wie den Dadiliner), für den Bau der Straßenbahn von Weiterstadt nach
Groß-Zimmern, ebenso für eine Verlängerung von Griesheim ins Ried aus. Auch ist es uns wichtig,
die Kombination von verschiedenen Verkehrsarten im sog. Umweltverbund (u.a. Fahrrad, Roller,
ÖPNV, Carsharing) zu verbessern. Verkehrsplanung muss klima- und umweltverträglich erfolgen
und Flächenverbrauch sowie Emissionen deutlich reduzieren.
Flächenverbrauch
Die Begrenzung des Flächenverbrauchs ist eine der drängendsten Aufgaben der kommunalen
Planung. Wir stehen für den Vorrang der Innenentwicklung, die Revitalisierung bestehender Flächen
und den Schutz von landwirtschaftlich genutzten Böden sowie ökologisch wertvollen Freiräumen.
Neue Baugebiete dürfen nur ausgewiesen werden, wenn sie ökologisch verantwortbar sind. Bei
Schulgebäuden und anderen Baumaßnahmen des Kreises sollen Erweiterungen am Standort und
eine flexible Nutzung der vorhandenen Gebäude Vorrang vor Neubaumaßnahmen außerhalb haben.
Immer größeren Kiesabbau und damit einhergehenden Verlust von Wald und landwirtschaftlichen
Flächen wollen wir verhindern.
Klimaschutz und Klimaanpassung
Klimaschutz ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Wir wollen die Klimaziele im Landkreis
konsequent umsetzen und gleichzeitig Maßnahmen zur Klimaanpassung stärken. Dazu gehören
Entsiegelung, Hitzeschutz in Städten und Gemeinden, der Erhalt von Grünflächen sowie ein
nachhaltiges Regen- und Wassermanagement. Die Umsetzung der „Fortschreibung des integrierten
Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Darmstadt- Dieburg und seine Kommunen“ wollen wir
effektiv und zielgerichtet voranbringen. Das integrierte kommunenscharfe Klimaanpassungskonzept
(KLAK) für die Kommunen wird 2026 fertiggestellt und bildet die Grundlage für das
Klimaanpassungsmanagement der Kommunen des Landkreises. Die Priorisierung dieser
Maßnahmen und die Umsetzung in den Kommunen zählen wir als grüne Partei zu unserer
Kernaufgabe.
Erneuerbare Energien
Der naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien ist ein zentraler Baustein kommunaler
Klimapolitik. Wir setzen uns für mehr Photovoltaik auf Dächern, insbesondere von kreiseigenen
Gebäuden, Parkplätzen, versiegelten Flächen und Agri-Photovoltaik sowie für Windenergie an
geeigneten Standorten ein. Wir haben diesbezüglich unsere Positionen engagiert bei der Erarbeitung
des Teilplans Erneuerbarer Energien, bei der Aufstellung des Entwurfs des Regionalplans
Südhessen und bei Zielabweichungsverfahren in der RVS für Freiflächen-PV eingebracht. Die
Umsetzung in Form von Bürgerenergie und kommunaler Beteiligung sind dabei für uns besonders
wichtig. Die Ausbildung von ehrenamtlichen Solarberater*innen in der Volkshochschule geht auf unsere Initiative zurück.
Hessische Biodiversitätsstrategie
Die Ziele der Hessischen Biodiversitätsstrategie wollen wir auf Kreis- und Gemeindeebene aktiv unterstützen. Der Schutz von Lebensräumen, die Vernetzung von Biotopen und die Förderung der Artenvielfalt müssen bei allen relevanten Planungs- und Entscheidungsprozessen mitgedacht werden. Die Naturschutzverbände spielen dabei für uns eine wichtige Rolle. Wir schätzen ihre beratende Expertise und ihren wichtigen Beitrag zur Pflege und Entwicklung der Biotope. Die Ausstattung der Unteren Naturschutzbehörde wollen wir verbessern.
Ökologische Waldwende
Angesichts der Klimakrise braucht es auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg eine ökologische Waldwende. Wir setzen auf naturnahe, klimaresiliente Mischwälder mit möglichst vielen heimischen Arten, eine ökologische Bewirtschaftung sowie den Schutz sensibler Waldflächen zur Stärkung von Biodiversität und Klimaschutz. Umweltverträgliche Landwirtschaft / pestizidfreie Kommune Wir unterstützen eine umwelt- und klimaverträgliche sowie Gewässer schützende Landwirtschaft und wollen den Ausbau des ökologischen Landbaus fördern. Auf kreis- und kommunaleigenen Flächen streben wir eine pestizidfreie Bewirtschaftung an. Landwirt*innen sollen bei umweltschonenden Bewirtschaftungsformen und einer möglichst regionalen Vermarktung aktiv unterstützt werden.
Schlussbemerkung
Mit Blick auf die Kreis- und Kommunalwahl am 15. März stehen Bündnis 90/Die Grünen im
Landkreis Darmstadt-Dieburg für eine Politik, die Natur- und Klimaschutz als zentrale
Zukunftsaufgabe begreift. Wir sehen den NABU, den Arbeitskreis Naturschutzscheune Reinheimer
Teich, den BUND, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und andere Umweltorganisationen als
wichtige Partner und setzen auch künftig auf einen konstruktiven Austausch für eine nachhaltige
Entwicklung unserer Kommunen.
Das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts zu konkreten Nachbesserungen des
Klimaschutzprogramms der Bundesregierung gibt uns auch Rückendeckung zur nachdrücklichen,
priorisierten, ergebnisorientierten und evaluierten Umsetzung unserer politischen Inhalte in der
Kommunalarbeit.
Wir benötigen daher die Unterstützung und kritische Begleitung der unabhängigen Arbeit von
NGO`s und Zivilbevölkerung.