Aidshilfe und -prävention im Landkreis

Anfrage zur Sitzung des Kreistags am 09.02.2026

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 01.12.2025 war der Presse zu entnehmen, das Robert-Koch-Institut (RKI) habe gemeldet, dass sich 2024 schätzungsweise 2.300 Menschen in Deutschland neu mit HIV infiziert haben – und damit 200 Personen mehr als im Vorjahr. Nach RKI-Schätzungen leben etwa 97.700 Menschen mit HIV in Deutschland.

Mit hochwirksamen medikamentösen Therapien können Übertragungen inzwischen verhindert und so das Infektionsgeschehen stabilisiert oder gegen Null heruntergefahren werden. Doch die Voraussetzungen dafür sind, dass die Diagnose Aids möglichst früh gestellt wird. Außerdem müssen infizierte Personen Zugang zu wirksamen Medikamenten erhalten und Risikopersonen müssen Zugang zu den Medikamenten haben, die eine Infektion verhindern (sog. Präexpositionsprophylaxe). Um die Ausbreitung des HIV-Virus einzudämmen, sind neben den genannten Faktoren auch Aufklärung und Enttabuisierung der Erkrankung wichtig.

Wir fragen deshalb:

  1. Wie viele Personen haben beim Gesundheitsamt in den letzten drei Jahren das Testangebot für HIV-Infektionen jeweils in Anspruch genommen?
  2. Wie hoch war jeweils der prozentuale Anteil der Getesteten, die mit HIV infiziert waren?
  3. Liegen dem Landkreis bzw. dem Gesundheitsamt auch Informationen vom RKI vor zur Anzahl der insgesamt mit HIV infizierten Menschen und zur Anzahl der Neuinfektionen in den letzten drei Jahren?
  4. Welche Aufklärungs- und Informationskampagnen finden im Landkreis an Schulen oder anderen Institutionen zur Aufklärung über Aids statt?
    Wie sind Gesundheitsamt und Kinder- und Jugendförderung dabei eingebunden?
  5. Gibt es im Landkreis DaDi oder in der Stadt Darmstadt HIV-Schwerpunkt-Arztpraxen?
    Wenn ja: In welcher Kommune?
    Wie erfolgt die Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes mit diesen Praxen?
  6. Mit welchen freien Trägern arbeitet der Kreis bzw. das Gesundheitsamt zur HIV/AIDS Prävention sowie zur Betreuung und Beratung von Infizierten zusammen?
    In welcher Form erfolgt die Zusammenarbeit?
    Wie hoch war die finanzielle Unterstützung des Landkreises 2025 für die freien Träger, die im Bereich HIV-Prävention und -Hilfe arbeiten?
  7. Menschen, die Drogen konsumieren, gehören zu den Risikogruppen für HIV-Infektionen.
    Gibt es im Landkreis Stellen, an denen sterile Spritzen und Konsumutensilien ausgegeben werden?
    Wenn ja: In welcher Kommune?