Redebeitrag im Kreistag am 09.02.2026
Von Martin Tichy, Fraktionsmitglied BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TOP 18: Vorlage 6319-2026/DaDi, Betrieb der Flugroute ‚Cindy S‘ und des Anflugverfahrens Segmented Approach beenden! – Antrag SPD, CDU
TOP 18.1: Vorlage 6336-2026/DaDi, Betrieb der Flugroute ‚Cindy S‘ und des Anflugverfahrens Segmented Approach beenden! –Änderungsantrag VIE
TOP 18.2: Vorlage 6342-2026/DaDi, Betrieb der Flugroute ‚Cindy S‘ und des Anflugverfahrens Segmented Approach beenden! – Änderungsantrag Grüne
Es gilt das gesprochene Wort.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Frage ist nicht ‚Cindy S‘ oder Amtix, sondern: Wie viel Fluglärm können die Menschen in Kreis und Region noch ertragen?
Die Antwort lautet: Es ist vielerorts bereits zu viel, mehr geht nicht und darf nicht sein.
Um diese Aussage und Feststellung drückt sich die Koalition jedoch erneut herum, genauso um eine Aussage, was statt ‚Cindy S‘ und Segmented Approach Landing angewandt werden soll. SPD und CDU versuchen mit einem offenen Brief und einem offensichtlichen Resolutionsantrag die Betroffenen vor der anstehenden Kommunalwahl zu beruhigen und von ihrer Unterstützung für einen immer weiteren Ausbau des Flughafens und zusätzlichen Flugbewegungen abzulenken.
Die Antwort auf den offenen Brief – unterschrieben von zwei Jurist*innen – ist eine doppelte Klatsche vom Parteifreund aus Berlin. Sowohl fachlich als auch rechtlich werden die vorgetragenen Einwände Punkt für Punkt zerlegt und zurückgewiesen.
Der Koalitionsantrag soll entschlossen klingen:
‚Cindy S‘ und Segmented Approach werden „abgelehnt“ und sind „sofort zu beenden.“ Es gibt jedoch nicht einmal eine Handlungsanweisung an den Kreisausschuss, diese Forderungen in Anträge bei den entsprechenden Organen und Behörden umzusetzen. Dafür jedoch – jetzt gilt es genau hinzuschauen – nur die Gebietskörperschaften zu unterstützen, die dieselbe Meinung vertreten.
Spätestens jetzt sollte jedem aufgehen: Es geht nicht um Entlastung, es geht um Verlagerung und Wähler*innen-Beruhigung, nicht mehr.
Ganz anders dagegen unser Antrag:
Der Kreistag unterstützt alle Menschen und Kommunen in ihrem Kampf gegen den Fluglärm. Konkret durch eine Begrenzung der Anzahl der Flugbewegungen auf 500.000 pro Jahr.
Zur Information:
Möglich und Ziel der Fraport sind bis zu 700.000 Flugbewegungen, also nochmals 40 Prozent mehr als heute. Bei einer Reduktion der Kurzstreckenflüge ist bei dieser Zahl auch noch ein qualitatives Wachstum im Angebot und ein Mehr an Fluggästen möglich. Dabei ist uns bewusst, dass eine solche Forderung bei den höchstbelasteten Menschen, Kommunen und den Bürgerinitiativen nicht unbedingt auf Zustimmung trifft.
Und unser Antrag würde darüber hinaus dazu führen, dass die betroffenen Kommunen sowohl dabei unterstützt werden, die Belastung nach wissenschaftlich anerkannten Verfahren zu dokumentieren, als auch diese in die Beratungen der Fluglärmkommission aktiv einzubringen.
Wir GRÜNE stehen zum Flughafen, einen Flughafen, den die Menschen und die Umwelt ertragen kann. Blindes Wachstum um jeden Preis haben wir stets abgelehnt und lehnen wir weiter ab. Wer den Flughafen, die Region und die Menschen schützen und erhalten möchte, stimmt unserem Antrag zu.
Die Koalition aus CDU und SPD in Kreis, Land und Bund lässt dagegen immer mehr Menschen in Kreis und Region schutzlos im Fluglärm zurück. Zuletzt erfolgte das durch die Senkung der Luftverkehrssteuer, deren Ziel insbesondere wieder mehr Kurzstreckenflüge sind.